Sprachbarrieren spielerisch überwinden

Aus dem General-Anzeiger vom 02.04.2015:


Sprachprobleme, Existenzsorgen, eine ungewisse Zukunft und die traumatischen Erlebnisse der Vergangenheit: Nur allmählich kommt ein wenig Normalität in den Alltag der Flüchtlinge, die in den vergangenen Monaten in Bonn angekommen sind. Derzeit leben hier 917 Flüchtlingen aus mehr als 30 Nationen (Stand: 30. März). Doch es ist weder für die Kinder noch für die Erwachsenen leicht, sich in ihrer neuen Umgebung und einer fremden Kultur einzuleben. Sprachprobleme machen den Kontakt zu den Menschen in ihrer Nachbarschaft schwierig.


Auf Initiative von Katja Brender, der Integrations- und Inklusionsbeauftragte des Post-Sportvereins, sollen die Besucher des Flüchtlingscafés im Pfarrheim von St. Antonius für Sport und Fitness gewonnen werden. Dafür haben die Postsportler ein spezielles Kursangebot zusammengestellt. Es geht nicht nur um verschiedenen Sportangebote. „Die gemeinsamen Aktivitäten geben Gelegenheit, neue Kontakte zu knüpfen und so ganz nebenher auch die Sprache zu lernen“, erläutert Lisa Bretzel vom Post-Sportverein das Vorhaben. „Wir werben für dieses Angebot zwar bei den Flüchtlingen. Wir legen aber Wert darauf, dass jeder die Trainingseinheiten besuchen kann.“ Alle Übungsstunden finden in der Umgebung der Dransdorfer Notunterkunft statt. Speziell für Kinder gibt es verschiedene Ballsportangebote. Dribbeln, kontern, Tore schießen können sie in Fußballkursen; in einem anderen Kurs können sie verschiedene Ballsportarten ausprobieren, bevor sie sich für eine entscheiden. Auch an die Väter wurde gedacht. Sie können sich einmal in der Woche im Fußballkurs treffen.


Um dem religiösen Hintergrund Rechnung zu tragen, wird ab 15. April ein Schwimmkurs nur für Frauen angeboten. Katja Brender betont, dass Männer in der Zeit keinen Zutritt zum Schwimmbad haben werden. Im Gegensatz dazu gibt es auch eine Schwimmstunde nur für Jungen und Männer. An verschiedenen Tagen trainieren Frauen und Kinder in einem Selbstbehauptungskurs, ruhig und besonnen in Gefahren- und Konfliktsituationen umzugehen. Möglich wird dieses Angebot auch durch Unterstützung des Bonner Spendenparlaments. Deshalb können die Flüchtlinge jeden Kurs zweimal kostenlos ausprobieren. Haben die Teilnehmer Spaß daran gefunden, können sie sich zu geringen Gebühren anmelden.


Auch wenn die ersten Kurse bereits gut angelaufen sind, so hat Lisa Bretzel eine Bitte. Für Sportkleidung reiche das Budget nicht. Wer gut erhaltene Sport- oder Badekleidung, Schuhe oder Schwimmbrillen hat, der kann sie für die Vereinsarbeit gerne zur Verfügung stellen.

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